Praxiswissen · 18. Oktober 2026
Die Instagram-Bio Ihrer Praxis: 150 Zeichen bis zum ersten Termin
Namensfeld, Bio, Link, Highlights und angepinnte Beiträge: wie ein Praxisprofil gefunden wird und überzeugt. Mit Beispielen für sechs Fachrichtungen.
Ein Instagram-Profil muss zwei Dinge leisten. Es muss gefunden werden, und es muss in wenigen Sekunden zeigen, warum sich ein zweiter Blick lohnt. Beides entscheidet sich im oberen Teil des Profils (Namensfeld, Bio, Link, Profilbild) und in der ersten Reihe der Kacheln.
Bei vielen Praxen sieht genau dieser Teil gleich aus: ein Logo, der Praxisname, ein paar Emojis und ein Satz über Kompetenz und Erfahrung. Instagram gibt für jedes Element feste Grenzen vor, und mit denen lässt sich gut arbeiten. Dieser Beitrag geht die Elemente der Reihe nach durch, mit einem Beispiel aus der Zahnmedizin.
- Das Namensfeld ist das Feld, das die Instagram-Suche liest. Schreiben Sie hinein, wonach Patienten suchen, zum Beispiel „Zahnärztin Berlin“.
- Die Bio hat 150 Zeichen. Sie sagt, für wen die Praxis da ist, was man erwarten kann und wo sie liegt.
- Der Link führt direkt zur Terminbuchung, nicht zur Startseite.
- Highlights und angepinnte Beiträge beantworten die nächsten Fragen in der Reihenfolge, in der Patienten sie stellen.
Das Namensfeld: der unterschätzte Teil des Profils
Über dem Bio-Text steht der Name, fett gedruckt. Die meisten Praxen schreiben dort einfach den Praxisnamen oder „Dr. med. dent. Lena Brandt“. Dabei durchsucht Instagram genau dieses Feld, zusammen mit dem Benutzernamen. Was in der Bio steht, spielt für die Suche kaum eine Rolle.
Das Namensfeld hat 30 Zeichen. Nutzen Sie sie für den Namen und das Wort, das Patienten eintippen:
- „Dr. Brandt | Zahnärztin Berlin“
- „Hautarztpraxis Mitte | Berlin“
- „Kinderwunschzentrum Schöneberg“
Den Benutzernamen, also das @, sollten Sie dagegen selten ändern. Er steht auf Visitenkarten und in Verlinkungen, und jede Änderung kostet Wiedererkennung.
Die Bio: 150 Zeichen, drei Aufgaben
Eine gute Bio beantwortet drei Fragen, die sich jede Patientin unbewusst stellt: Bin ich hier richtig? Was erwartet mich? Wo ist das?
Die erste Frage wird am häufigsten übersprungen. „Ihre Zahnarztpraxis in Berlin“ sagt nur, was ohnehin klar ist. „Zahnmedizin für Menschen, die beim Zahnarzt nervös werden“ sagt, für wen die Praxis da ist. Wer sich darin wiedererkennt, liest weiter, und wer nicht gemeint ist, verliert nichts.
Für die zweite Frage reicht ein konkretes Detail, das man sich vorstellen kann: „Vor jeder Behandlung Zeit für Ihre Fragen.“ Oder „Abendsprechstunde bis 20 Uhr.“ „Kompetenz und Erfahrung“ schreibt dagegen jede Praxis.
Die dritte Frage beantwortet der Kiez. „Berlin“ ist zu groß, „Prenzlauer Berg, Kastanienallee 12“ ist ein Ort, den man sich merken kann.
So sieht das nebeneinander aus
Ihre Zahnarztpraxis in Berlin 🦷✨
Kompetenz, Erfahrung und Herz ❤️
Wir freuen uns auf Sie! 😊
📍 Berlin
Zahnmedizin für Menschen, die beim Zahnarzt nervös werden.
Vor jeder Behandlung Zeit für Ihre Fragen.
Prenzlauer Berg, Kastanienallee 12
Die Praxis ist dieselbe. In der zweiten Version kann man sie in der Suche finden, man weiß, für wen sie da ist, und kommt mit einem Tipp zum Termin.
Was in der Bio nicht hilft
- Eigenschaften, die jede Praxis für sich beansprucht: kompetent, erfahren, modern, herzlich.
- Superlative wie „die beste Praxis in Berlin“. Sie wirken unseriös und vertragen sich schlecht mit der Berufsordnung.
- Eine Reihe Emojis. Ein Zeichen als Anker ist in Ordnung, fünf machen den Text unruhig.
- „Link in Bio“. Wo sollte er sonst sein?
Bio-Beispiele für sechs Fachrichtungen
Die folgenden Profile sind ausgedacht, die Regeln dahinter sind dieselben wie oben: im Namensfeld der Suchbegriff, in der Bio für wen, was man erwarten kann und wo. Alle Namensfelder bleiben unter 30 Zeichen, alle Bios unter 150.
Zahnspangen für Kinder und Erwachsene.
Erstberatung mit Behandlungsplan zum Mitnehmen.
Charlottenburg, nahe S-Bahnhof Savignyplatz
Hautarztpraxis mit Schwerpunkt Akne und Rosazea.
Privat und Selbstzahler.
Friedrichshain, Boxhagener Straße
Frauenheilkunde von der ersten Untersuchung bis zur Menopause.
Sprechstunde auch auf Englisch.
Mitte, Torstraße
Wir begleiten Paare und Singles mit Kinderwunsch.
Erstgespräch ohne Zeitdruck, auch abends.
Schöneberg
Ärztliche Ästhetik mit Beratung vor jeder Behandlung.
Manchmal raten wir auch ab.
Grunewald, Termine nach Vereinbarung
Orthopädie für Menschen, die wieder Sport machen wollen.
Sprechstunde ab 7:30 Uhr.
Prenzlauer Berg, Schönhauser Allee
Eigenschaften wie „kompetent“ oder „herzlich“ kommen in keinem der Beispiele vor, Emojis auch nicht. Jede Zeile enthält etwas, das einer Patientin bei der Entscheidung hilft.
Der Link: direkt zum Termin
Viele Praxen verlinken ihre Startseite. Wer dort ankommt, muss den Weg zur Buchung noch einmal suchen, und auf dem Handy bricht genau an dieser Stelle ein Teil ab. Verlinken Sie deshalb direkt die Seite, auf der man einen Termin bekommt, zum Beispiel Ihr Doctolib-Profil.
Business-Profile können inzwischen mehrere Links zeigen. Sichtbar ist aber vor allem der erste, und der sollte zum Termin führen.
Kontaktknöpfe und Impressum
Business-Profile können unter der Bio Knöpfe zum Anrufen, für eine E-Mail und für die Wegbeschreibung zeigen. Sie lassen sich in den Profileinstellungen unter den Kontaktoptionen einschalten. Für eine Praxis lohnt sich vor allem die Adresse mit Wegbeschreibung, weil viele Patienten das Profil erst kurz vor dem Termin noch einmal öffnen.
Wer ein Profil geschäftlich nutzt, braucht in Deutschland außerdem ein Impressum, das mit wenigen Klicks erreichbar ist. Praktisch ist ein zweiter Link in der Bio, der direkt auf die Impressumsseite Ihrer Website führt.
Die Kategorie
Bei einem Business- oder Creator-Profil erscheint unter dem Namen eine Kategorie, etwa „Zahnarzt“, „Arzt“ oder „Dermatologe“. Wählen Sie die genaueste, die Instagram anbietet. So ist auf einen Blick klar, was für ein Profil das ist, und die Bio muss es nicht wiederholen.
Profilbild: Gesicht oder Logo?
Das Profilbild erscheint winzig, in der Suche kaum größer als ein Daumennagel. Feine Linien und kleine Schrift verschwinden da.
Wenn eine Ärztin oder ein Arzt die Praxis prägt, ist ein Porträt meist die bessere Wahl. Patienten folgen Menschen leichter als Logos, und das Gesicht ist das, was sie beim ersten Termin wiedererkennen. Bei größeren Praxen mit mehreren Behandlern passt das Logo besser, dann aber als klares Zeichen mit starkem Kontrast und nicht als ganzer Schriftzug.
Highlights: die Antworten auf die nächste Frage
Unter der Bio liegen die Highlights, gespeicherte Stories mit runden Titelbildern. Neue Besucher sehen meist nur die ersten drei oder vier, ohne zu wischen. Ordnen Sie sie deshalb so, wie Patienten fragen würden:
- Erster Termin. Wie läuft der erste Besuch ab, was soll ich mitbringen?
- Team. Wer begrüßt mich, wer behandelt mich?
- Praxis. Wie sieht es dort aus?
- Fragen. Kosten, Angst, Ablauf, Nachsorge.
- Anfahrt. Eingang, Etage, Parken, U-Bahn.
Kurze Namen mit einem Wort werden nicht abgeschnitten. Die Titelbilder sollten einheitlich aussehen, in den Farben Ihrer Praxis und ohne bunte Symbole aus Vorlagen-Sets.
Die ersten neun Kacheln und drei angepinnte Beiträge
Nach dem Kopf schauen Besucher auf das Raster darunter. Die ersten neun Kacheln werden als Ganzes wahrgenommen, wie ein Schaufenster. Ein ruhiger, wiedererkennbarer Look, etwa durch gleiche Farben oder einen einheitlichen Bildstil, wirkt hier stärker als ein einzelner sehr guter Beitrag.
Ganz oben können Sie bis zu drei Beiträge anpinnen. Sie stehen dort unabhängig davon, wann sie veröffentlicht wurden. Für eine Praxis bewährt sich diese Auswahl:
- ein Beitrag, in dem sich die Ärztin oder der Arzt vorstellt,
- ein Beitrag, der zeigt, wie der erste Termin abläuft,
- die Antwort auf die Frage, die Ihr Empfang am häufigsten hört.
Mehr braucht ein neuer Besucher für die Entscheidung meist nicht.
Instagram bei Google: warum der Beitragstext jetzt mehr zählt
Seit dem 10. Juli 2025 können öffentliche Beiträge von Business- und Creator-Profilen auch in der Google-Suche erscheinen. Ein Reel über den ersten Termin in Ihrer Praxis kann also gefunden werden, ohne dass jemand Instagram öffnet.
Dabei kommt es vor allem auf den Text an. Zwei Dinge helfen:
- Die erste Zeile der Bildunterschrift sagt, worum es geht und wo, zum Beispiel „So läuft der erste Termin in unserer Zahnarztpraxis in Prenzlauer Berg“. Sie ist der sichtbare Teil vor „mehr“ und wirkt wie eine Überschrift.
- Der Alternativtext beschreibt das Bild. Sie finden ihn beim Veröffentlichen unter den erweiterten Einstellungen. Er hilft Menschen mit Screenreader und gleichzeitig der Suche.
Wer nicht möchte, dass Beiträge außerhalb von Instagram auftauchen, kann das in den Datenschutzeinstellungen abschalten.
Der Drei-Sekunden-Test
Bitten Sie jemanden, der Ihre Praxis nicht kennt, Ihr Profil drei Sekunden lang anzusehen: Bild, Name, Bio, Link und die erste Reihe Kacheln. Dann fragen Sie: Für wen ist diese Praxis da? Wo liegt sie? Wie bekomme ich einen Termin? Wenn eine der Antworten fehlt, wissen Sie, wo Sie anfangen.
Häufige Fragen
Wie lang darf eine Instagram-Bio sein?
150 Zeichen, inklusive Leerzeichen und Zeilenumbrüchen. Das Namensfeld hat zusätzlich 30 Zeichen.
Was gehört ins Namensfeld einer Praxis?
Der Name der Praxis oder der Ärztin und der Begriff, nach dem Patienten suchen, zum Beispiel „Dr. Brandt | Zahnärztin Berlin“. Instagram durchsucht dieses Feld, die Bio dagegen kaum.
Logo oder Porträt als Profilbild?
Ein Porträt, wenn eine Person die Praxis prägt. Ein klares Logozeichen mit starkem Kontrast, wenn mehrere Ärztinnen und Ärzte gleichberechtigt behandeln.
Wie viele Highlights sollte eine Praxis haben?
Vier bis sechs. Die ersten drei oder vier sieht man ohne zu wischen, sie sollten die häufigsten Fragen beantworten.
Erscheinen Instagram-Beiträge einer Praxis bei Google?
Ja, seit Juli 2025 können öffentliche Beiträge von Business- und Creator-Profilen in den Suchergebnissen auftauchen. Die erste Zeile der Bildunterschrift und der Alternativtext sind dabei am wichtigsten.
Sollte die Bio auf Deutsch oder auf Englisch sein?
In der Sprache, die die meisten Ihrer Patienten sprechen. Wenn Sie auch auf Englisch behandeln, reicht eine Zeile wie „Sprechstunde auch auf Englisch“. Zwei vollständige Bios in zwei Sprachen passen nicht in 150 Zeichen.
Was sieht eine neue Patientin in den ersten drei Sekunden auf Ihrem Profil?
Schauen wir es uns in 15 Minuten gemeinsam an.
15 Min. Kennenlernen